Praxis SH – selbstwirksam Handeln
Pädagogische Beratung und Begleitung von Familien
1. Geltungsbereich und Vertragsgrundlagen
1.1 Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB“) regeln das Vertragsverhältnis zwischen der Praxis sH, Inhaber Kevin Krivec, (nachfolgend „Anbieter“) und ihren Klienten (nachfolgend „KlientIn“). Sie gelten für den gesamten Geschäftsverkehr und sind integraler Bestandteil des Vertrages.
1.2 Abweichende Bedingungen der KlientIn haben keine Gültigkeit, es sei denn, sie wurden schriftlich vereinbart.
1.3 Der Vertrag stellt in rechtlicher Hinsicht einen Dienstvertrag gemäß § 611 BGB dar. Gegenstand des Vertrages ist die Erbringung der vereinbarten pädagogischen Leistung, nicht das Erzielen eines bestimmten Erfolges oder Ergebnisses.
2. Leistungsangebot und Abgrenzung
Der Anbieter erbringt folgende Leistungen:
- Pädagogische Beratung: Beratung bei familiären Themen, Kommunikation und Rollenverteilung sowie Unterstützung in Lebenskrisen und bei Belastungen (z. B. Schule, Elternrolle).
- Begleitung zu Terminen: Vorbereitung auf und Begleitung zu Gesprächen bei Institutionen (Schule, Jugendamt etc.).
- Schwangerschaftsbegleitung: Ausschließlich pädagogische Begleitung während der Schwangerschaft und frühen Elternschaft. Diese Leistung stellt ausdrücklich keine therapeutische, medizinische oder heilkundige Begleitung dar und ersetzt keine psychologische Therapie oder ärztliche Behandlung.
- Begleiteter Umgang (§ 18 SGB VIII): Durchführung im Auftrag des Jugendamtes zur Aufrechterhaltung der Bindungen zwischen Kind und Bezugspersonen.
- Kinderschutzfachkraft (§ 8a SGB VIII): (ab Juni 2026) Beratung für Institutionen (Kitas, Schulen) zum Fallverstehen. Der Anbieter nimmt hierbei eine rein beratende Funktion ein und trägt keine Verantwortung für den weiteren Fallverlauf oder die Umsetzung durch die Institution.
Die Leistungen des Anbieters stellen ausdrücklich keine therapeutische, medizinische oder heilkundige Tätigkeit dar und ersetzen nicht die Behandlung durch Ärzte oder Psychotherapeuten.
3. Vertragsschluss
3.1 Die Darstellung der Leistungen auf der Website ist kein verbindliches Angebot, sondern eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots durch die KlientIn.
3.2 Der Vertrag kommt zustande, wenn der Anbieter die Anmeldung der KlientIn in Textform (z. B. E-Mail) bestätigt oder mit der tatsächlichen Erbringung der Dienstleistung beginnt. Verträge können telefonisch, per E-Mail oder im Rahmen eines Kennenlerngesprächs (auch als Hausbesuch) vereinbart werden.
4. Widerrufsrecht
4.1 Wird der Vertrag über Fernkommunikationsmittel (Telefon oder E-Mail) geschlossen, steht der KlientIn als Verbraucherin ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Vertragsschluss zu.
4.2 Widerrufsbelehrung: Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsschlusses. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie den Vertragspartner mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. per E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren: Kevin Krivec, Kierbergerstr 15, 50969 Köln.
4.3 Erlischen des Widerrufsrechts: Wünscht die KlientIn, dass die Leistungserbringung noch vor Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist beginnt, ist dies ausdrücklich zu erklären. Mit Beginn der Leistung erlischt das Widerrufsrecht vorzeitig, wenn der Verbraucher ausdrücklich zustimmt und die Kenntnis vom Verlust des Widerrufsrechts bestätigt. Der Anbieter wird die KlientIn bei entsprechendem Wunsch auf diesen Umstand ausdrücklich hinweisen.
5. Ort der Leistungserbringung und Fahrtkosten
5.1 Der Anbieter verfügt zu Beginn ihrer Tätigkeit über keine eigenen Praxisräume. Leistungen werden ausschließlich als Hausbesuche oder in den Räumlichkeiten der jeweiligen Institution (z. B. Schule, Kita, Jugendamt) erbracht.
5.2 Der Anbieter behält sich das Recht vor, Hausbesuche aus wichtigen Gründen (z. B. unzumutbare Fahrzeiten, Infektionsgefahr) abzulehnen oder einen anderen Ort der Leistungserbringung vorzuschlagen.
5.3 Fahrtkosten und eine Wegzeitpauschale werden zusätzlich zum vereinbarten Honorar berechnet. Die jeweils gültigen Sätze sind auf der Website des Anbieters einsehbar.
5.4 Online-Seminare: Der Anbieter beabsichtigt, zukünftig auch Online-Seminare anzubieten. Bei technischen Problemen aufseiten der KlientIn besteht kein Anspruch auf Erstattung oder einen Nachholtermin. Liegt der technische Fehler im Verantwortungsbereich des Anbieters, wird der Termin nachgeholt.
6. Besonderheiten beim Begleiteten Umgang (§ 18 SGB VIII)
6.1 Das Wohl und die Bedürfnisse des Kindes stehen zu jedem Zeitpunkt im Mittelpunkt.
6.2 Der Anbieter ist während der Kontakte als Fachkraft präsent („so viel wie nötig, so wenig wie möglich“).
6.3 Der Anbieter ist berechtigt, Umgänge bei Gefährdung des Kindeswohls (z. B. Aggressionen, Drogen- oder Alkoholkonsum der Beteiligten) sofort abzubrechen oder betroffene Personen auszuschließen.
6.4 Der Anbieter handelt im Rahmen des Auftrags des Jugendamtes und dokumentiert den Verlauf in Protokollen, die als Grundlage für Berichte an das Amt dienen.
7. Dokumentation und Berichte
7.1 Berichte werden ausschließlich dann erstellt, wenn eine Institution (z. B. Jugendamt, Kita, Schule) als Auftraggeber dies ausdrücklich verlangt. Bei Privathaushalten als Auftraggeber werden keine Berichte angefertigt.
7.2 Erstellte Berichte werden mit den Eltern besprochen und ihnen in Kopie ausgehändigt, sofern keine Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung bestehen.
7.3 Bei Verdacht auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung hat der Kinderschutz gemäß § 8a SGB VIII Vorrang vor Transparenz gegenüber den Eltern. In diesem Fall kann die Aushändigung von Berichten unterbleiben.
8. Honorar und Zahlungsbedingungen
8.1 Es gelten die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses vereinbarten Honorarsätze bzw. Paketpreise. Die angegebenen Honorare verstehen sich grundsätzlich als Nettopreise. Soweit gesetzlich Umsatzsteuer anfällt, wird diese in der jeweils geltenden Höhe zusätzlich berechnet.
8.2 Leistungen, die nach § 4 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) von der Umsatzsteuer befreit sind, werden ohne Ausweis von Umsatzsteuer abgerechnet. Auf der Rechnung wird in diesem Fall ein entsprechender Hinweis auf die Umsatzsteuerbefreiung aufgenommen
8.3 Die KlientIn ist, sofern kein öffentlicher Kostenträger die Kosten übernimmt, Selbstzahlerin.
8.4 Die Abrechnung erfolgt monatlich. Rechnungen werden per E-Mail zugestellt und sind innerhalb von 8–10 Tagen nach Erhalt per Banküberweisung ohne Abzug zu begleichen. Eine Zahlung per Banküberweisung auf das Geschäftskonto des Anbieters ist die einzig akzeptierte Zahlungsweise.
8.5 Bei Leistungen nach § 18 SGB VIII erfolgt die Abrechnung direkt mit dem zuständigen Jugendamt, sofern eine Kostenübernahmebestätigung vorliegt.
9. Absagen und Ausfallhonorar
Termine sind verbindlich. Bei Absagen durch die KlientIn wird ein Ausfallhonorar auf Basis des vereinbarten Stundensatzes wie folgt fällig:
- Absage bis 96 Stunden (4 Werktage) vor Termin: Kostenfrei.
- Absage bis 72 Stunden (3 Werktage) vor Termin: 20 % des Honorars.
- Absage bis 48 Stunden (2 Werktage) vor Termin: 50 % des Honorars.
- Absage bis 24 Stunden (1 Werktag) vor Termin: 80 % des Honorars.
- Absage unter 24 Stunden oder Nichterscheinen: 100 % des Honorars.
Absagen müssen schriftlich per E-Mail oder telefonisch erfolgen. Dem Anbieter bleibt der Nachweis vorbehalten, dass kein oder ein geringerer Schaden entstanden ist. Kann der Anbieter einen Termin aus von ihm zu vertretenden Gründen nicht wahrnehmen, wird kein Honorar fällig und ein Ersatztermin wird einvernehmlich vereinbart.
10. Schweigepflicht und Datenschutz
10.1 Der Anbieter verpflichtet sich zur vertraulichen Behandlung sämtlicher im Rahmen der Beratung bekannt gewordenen Informationen.
10.2 Die Weitergabe von Informationen an Dritte (z. B. Lehrer, Kita, Behörden) erfolgt ausschließlich nach schriftlicher Entbindung von der Schweigepflicht durch die KlientIn. Standardformulare für die Schweigepflichtsentbindung werden von dem Anbieter bereitgestellt.
10.3 Gesetzliche Meldepflichten bei akuter Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a SGB VIII gehen der Schweigepflicht vor.
10.4 Personenbezogene Daten werden unter Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nur gespeichert, soweit dies zur Erbringung der vereinbarten Leistung erforderlich ist. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nur mit ausdrücklicher Einwilligung der KlientIn oder aufgrund gesetzlicher Verpflichtung.
11. Haftung
11.1 Der Anbieter haftet uneingeschränkt bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.
11.2 Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten, begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden. Im Übrigen ist die Haftung ausgeschlossen.
11.3 Eine Haftung für den Beratungserfolg sowie für Entscheidungen, die die KlientIn auf Grundlage der erbrachten Leistungen trifft, ist ausgeschlossen.
12. Schlussbestimmungen und Gerichtsstand
12.1 Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland.
12.2 Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertragsverhältnis ist, soweit gesetzlich zulässig, der Geschäftssitz des Anbieters. Anderenfalls ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk der Verbraucher seinen Wohnsitz hat.
12.3 Alternative Streitbeilegung: Die EU-Kommission stellt unter https://ec.europa.eu/consumers/odr eine Plattform zur Online-Streitbeilegung bereit. Der Anbieter ist zur Teilnahme an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle weder verpflichtet noch bereit.
12.4 Sollten einzelne Klauseln dieser AGB unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen Klausel tritt die gesetzliche Regelung.
12.5 Änderungen oder Ergänzungen dieser AGB bedürfen der Schriftform.
Stand: Februar 2026